Landesregierung trifft mit Arbeitsmarktpartnern Vereinbarung zur Fachkräftesicherung - Niedersachsen fördert Programme mit 200 Millionen Euro

Die Versorgung der niedersächsischen Wirtschaft mit Fachkräften ist angesichts des demographischen Wandels nach Auffassung von Ministerpräsident Stephan Weil eine der zentralen landespolitischen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung am Dienstag die "Fachkräfteinitiative Niedersachsen" gestartet. Dazu wurde zwischen der Landesregierung, den Arbeitgeberverbänden, den Gewerkschaften, den Kammern, der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, den kommunalen Spitzenverbänden und weiteren gesellschaftlichen Gruppen eine Vereinbarung zur Fachkräftesicherung beschlossen. Das Land wird sich auf diesem Feld stark engagieren und ressortübergreifend für diverse Maßnahmen rund 200 Millionen Euro einsetzen.

Die Initiative ist zunächst bis 2018 angelegt. Die insgesamt 22 Partner verpflichten sich in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich zu großem Engagement bei der Sicherung der Fachkräftebasis für die Wirtschaft und damit der Zukunft des Landes. Unter der Leitung von Ministerpräsident Weil werden die Spitzen der beteiligten Ressorts und der Arbeitsmarktpartner künftig einmal jährlich anhand von Indikatoren Bilanz ziehen und - wenn erforderlich - weitere Maßnahmen und Projekte auf den Weg bringen. Ministerpräsident Stephan Weil erklärte nach der Unterzeichnung der Vereinbarung, er sei überzeugt, dass diese Initiative nur mit der gemeinsamen Kraftanstrengung aller wichtigen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Akteure erfolgreich sein werde.

Das 200-Millionen-Euro-Programm für die Fachkräftesicherung umfasst ein breites Spektrum an Maßnahmen der beteiligten Ressorts zur Qualifizierung, Ausbildungsförderung und Arbeitsmarktintegration verschiedener Personengruppen. Das Land wird im Kern Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in der Förderperiode 2014 bis 2020 für das Projekt nutzen. Die Mittel werden insbesondere eingesetzt:

  • zur Heranführung arbeitsloser junger Menschen an eine Berufsausbildung durch betriebsnahe Qualifizierung in Jugendwerkstätten,
  • zur Qualifizierung von Arbeitslosen und Beschäftigten,
  • zur Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen für erwerbslose und beschäftigte Frauen und zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • zur Förderung Regionaler Fachkräftebündnisse,
  • zur Finanzierung von Lehrgängen in der überbetrieblichen dualen Berufsausbildung für Auszubildende in kleinen und mittleren Unternehmen,
  • zur Öffnung der Hochschulen für unterschiedliche, neue Modelle zur Weiterbildung und Studienorganisation sowie für die Weiterbildung für Personen mit Defiziten beim Lesen und Schreiben.

Schwerpunkte der Vereinbarung zur Fachkräftesicherung sind eine Stärkung des Systems der dualen Berufsausbildung, die so genannte MINT-Förderung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Außerdem soll das Fachkräftepotenzial von Frauen, Beschäftigungslosen, älteren Menschen sowie Migrantinnen und Migranten zukünftig noch besser erschlossen werden. Die Vereinbarung wird ergänzt durch einen Handlungsrahmen, auf dessen Grundlage die Partner gemeinsam Maßnahmen zur Fachkräftesicherung ergreifen.

Wirtschaftsminister Olaf Lies sagte, die Landesregierung werde sofort mit konkreten Projekten starten und wolle zeigen, was gezielt helfen kann. Besonders wichtig sei dabei die Beteiligung der regionalen Ebene. Die Initiative werde nur erfolgreich sein, wenn auch die Arbeitsmarktakteure in den niedersächsischen Regionen die Fachkräftesicherung zu ihrer Sache machen. Deshalb werde das Wirtschaftsministerium so genannte regionale Fachkräftebündnisse mit rund 26 Millionen Euro unterstützen, sagte Lies weiter.

Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesregierung
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