Fortschrittsbericht Digitale Agenda: Mobile Breitband-Abdeckung steigt deutlich

Die Europäische Kommission wird bis 2015 voraussichtlich 95 von 101 Zielen ihrer Digitalen Agenda erreichen. Das zeigen die Zahlen aus dem entsprechenden EU-Fortschrittsanzeiger 2014, der heute (Mittwoch) veröffentlicht wurde. Generell nutzen Europas Bürger das Netz mehr, kaufen häufiger online ein und verfügen über bessere technische Kenntnisse als zuvor. Verbesserungsbedarf besteht nach wie vor bei der Versorgung ländlicher Gebiete mit schneller Breitband-Technik, bei der Vermittlung technischer Kenntnisse an benachteiligte Bevölkerungsgruppen und bei elektronischen Behördendiensten.

In Deutschland hat sich die Abdeckung mit der mobilen Breitbandtechnik 4G deutlich verbessert, sie ist auf 81 Prozent gestiegen. Deutschland liegt damit, wie in fast allen Bereichen, über dem EU-Durchschnitt. Die Zahl der regelmäßigen Internet-Nutzer ist auf 80 Prozent in Deutschland gestiegen, in der ganzen EU nutzen 72 Prozent der Menschen das Internet mindestens wöchentlich. Der Anteil der Menschen in Deutschland, die das Internet noch nie genutzt haben, sank auf 13 Prozent. In Deutschland wie in der gesamten EU ist die 100-prozentige Abdeckung mit erschwinglichem grundlegendem Breitband seit 2013 gesichert. In ländlichen Gebieten haben allerdings nur 18 Prozent der europäischen Haushalte auch einen schnellen Anschluss.


Neelie Kroes (@NeelieKroesEU), Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, erklärte: "Die meisten Europäer führen heute ein Leben in der digitalen Welt, und sie wollen noch mehr davon. Das Problem des Internetzugangs haben wir gelöst. Aber die digitale Kompetenzlücke besteht fort. Wenn wir nicht mehr tun, wird in Europa eine Unterschicht der digitalen Analphabeten entstehen."


Kleinere Unternehmen nutzen die Chancen der weltweiten Vernetzung ebenfalls nicht ausreichend: Nur 14 Prozent der europäischen Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten haben einen Online-Vertrieb. Nicht ein einziges Land in der EU kommt auch nur in die Nähe des angestrebten EU-Ziels von 33 Prozent bis 2015. Kaum Fortschritte gab es auch bei den elektronischen Behördendiensten. Der Anteil der Bürger, die Formulare elektronisch bei Behörden einreichten, lag in Deutschland bei 14 Prozent, im EU-Durchschnitt bei 21 Prozent. Ziel für 2015 ist es, dass jeder vierte EU-Bürger solche eGovernment-Dienste nutzen kann.
Die EU-Kommission hat im Rahmen der Digitalen Agenda für Europa bislang 72 der 101 gesteckten Ziele erreicht. 23 weitere verlaufen planmäßig und dürften fristgemäß abgeschlossen werden. Bei sechs Vorgaben ist mit Verzögerungen zu rechnen. Die Kommission will mit der Digitalen Agenda Rahmenbedingungen schaffen, um den Wettbewerb und die Investitionstätigkeit auf den europäischen Märkten für digitale Technologien zu fördern.


Pressemitteilung der Europäischen Kommission


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