Wissenschaftsministerium fördert den Studienerfolg - Abbrecher erhalten neue Perspektiven

Niedersachsen unterstützt Initiativen, die die Zahl der Studienabbrecher verringern und eröffnet Aussteigern gleichzeitig die Chance, ihre Qualifikationen sinnvoll auf dem Arbeitsmarkt zu nutzen. "Erfolgreich Studierende sind die Fachkräfte von morgen", sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. "Und der Schlüssel zum Erfolg von Studierenden liegt in einer guten Qualität von Studium und Lehre sowie einer gesicherten Studienfinanzierung."
Untersuchungen legen nahe, dass bundesweit etwa 28 Prozent der Studierenden das Studium abbrechen. Für Niedersachsen würde dies bedeuten, dass von 36.000 Studienanfängern jedes Jahr rund 10.000 die Hochschulen ohne Abschluss verlassen. "Viele fangen an, aber zu wenige schließen ab", sagt die Ministerin. "Da müssen wir gegensteuern." Aber auch denjenigen, die endgültig aussteigen, will Heinen-Kljajić eine Perspektive bieten. "Diese jungen Menschen haben wertvolles Wissen erworben, das in Handwerk und Industrie wegen des zu erwartenden Fachkräftemangels heiß begehrt ist."

Studienerfolg statt Studienabbruch
Um mehr junge Menschen im Studium zu halten, hat die Landesregierung ein ganzes Bündel von Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg gebracht: Umfragen zufolge gibt etwa ein Fünftel der Studierenden das Studium aus finanziellen Gründen auf. Durch den Wegfall der Studiengebühren zum Wintersemester 2014/15 werden die Studierenden in Niedersachsen nun deutlich entlastet. Über die Verwendung der Studienqualitätsmittel von mehr als 120 Millionen Euro jährlich werden die Studierenden als Experten in eigener Sache maßgeblich mit entscheiden. Die Hochschulen sorgen, wie im Hochschulentwicklungsvertrag vereinbart, dafür, dass sich die Qualität der Studienangebote verbessert. Sie entwickeln zum Beispiel neue Lehr- und Lernkonzepte, bieten zusätzliche Tutorien an oder weiten die Beratung zum weiteren Berufsweg aus. Die Hochschulen werden die Angebote zur Qualitätssicherung in ihre Zielvereinbarungen mit der Landesregierung aufnehmen. Pilotprojekte wie das Freiwillige wissenschaftliche Jahr an der Medizinischen Hochschule Hannover erleichtern zudem die Berufsorientierung und sollen auf Initiative Niedersachsens bundesweit gesetzlich verankert werden. Darüber hinaus erarbeiten das Wissenschaftsministerium und Vertreter der Landeshochschulkonferenz Vorschläge, wie der Studienerfolg als Anreiz stärker in der leistungsbezogenen Mittelzuweisung verankert werden kann.

Karriere mit Lehre
Auch diejenigen, die trotz dieser Bemühungen ihr Studium nicht beenden, sollen bei der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive unterstützt werden. Das Know-how der Aussteiger ist bei Handwerk und Industrie sehr gefragt. "Für viele Abbrecher bietet sich ein Einstieg in die duale Ausbildung geradezu an", betont Ministerin Heinen-Kljajić. "Auch Handwerk ist heute oft High-Tech, das müssen wir den Aussteigern vermitteln, um sie für Ausbildungsberufe zu begeistern." Erfolgreiche Vorhaben wie das Projekt "IT Neustart", bei dem Studienleistungen bei der Berufsausbildung anerkannt werden, sollen ausgeweitet werden.

MINTdenken
Um Empfehlungen für eine neue Qualitätsoffensive insbesondere für den naturwissenschaftlichen und technischen Bereich zu erarbeiten, lässt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur derzeit Daten erheben und auswerten sowie Best-Practice-Beispiele identifizieren. Die Ergebnisse werden auf der Tagung "MINTdenken - Strategien für erfolgreiche MINT-Studienabschlüsse in Niedersachsen" vorgestellt, zu der das MWK gemeinsam mit dem Kultusministerium und der Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur (ZEvA), der Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH) sowie mit Unterstützung der Stiftung NiedersachsenMetall am 8. Oktober in Hannover einlädt. Unter anderem wird dort die ZEvA die Ergebnisse einer Erhebung vorstellen, die aufzeigt, was die niedersächsischen Hochschulen bislang unternehmen, damit Studierende der MINT-Fächer ihr Studium positiv abschließen. Darauf aufbauend werden die Konzepte zur Unterstützung des Studienerfolgs weiterentwickelt.

Hintergrund
Die Zahl der Studienabbrecher ist immer noch hoch. Untersuchungen lassen darauf schließen, dass bundesweit im Bachelorstudium 28 Prozent abbrechen, in den Masterstudiengängen ist die Quote deutlich geringer. Überdurchschnittlich hoch sind die Aussteigerzahlen in den MINT-Fächern. 37 Prozent der Mathe-Studenten brechen ab, bei den Ingenieuren sind es 36 Prozent. Als Gründe werden vor allem Leistungsprobleme (20 Prozent), finanzielle Probleme (19 Prozent) und mangelnde Studienmotivation (18 Prozent) genannt.

Pressemitteioung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur


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